Orthopädie
Spreizfuss
Informationen zum Spreizfuß: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten
Der Spreizfuß ist eine häufige Fußfehlstellung, bei der der vordere Teil des Fußes breiter wird und die Mittelfußknochen auseinandergedrückt werden. Dies kann zu verschiedenen Beschwerden und Einschränkungen führen. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten des Spreizfußes.

Ursachen des Spreizfußes
Der Spreizfuß kann durch mehrere Faktoren verursacht werden. Dazu gehören:
- Veranlagung: Manche Menschen haben von Natur aus eine breitere Fußform, was zu einem erhöhten Risiko für einen Spreizfuß führen kann.
- Schwaches Fußgewölbe: Ein schwaches Fußgewölbe kann zu einer Überpronation führen, bei der der Fuß übermäßig nach innen rollt. Dies kann den Druck auf den vorderen Teil des Fußes erhöhen und den Spreizfuß begünstigen.
- Falsches Schuhwerk: Das Tragen von engen oder zu schmalen Schuhen kann den vorderen Teil des Fußes zusammendrücken und die Entwicklung eines Spreizfußes begünstigen.
Symptome des Spreizfußes
Die Symptome eines Spreizfußes können von Person zu Person variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Schmerzen im vorderen Teil des Fußes, insbesondere beim Gehen oder Stehen.
- Müdigkeit oder ein Gefühl der Erschöpfung in den Füßen, insbesondere nach längeren Aktivitäten.
- Schwierigkeiten beim Tragen von Schuhen, da der vordere Teil des Fußes breiter wird.
- Entwicklung von Hühneraugen oder Schwielen an den Ballen oder Zehen.
- Instabilität beim Gehen, da der Spreizfuß das Gleichgewicht beeinträchtigen kann.
Behandlungsmöglichkeiten für den Spreizfuß
Die Behandlung des Spreizfußes zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Fußfunktion zu verbessern und das Fortschreiten der Fehlstellung zu verhindern. Hier sind einige gängige Behandlungsmöglichkeiten:
- Schuhanpassung: Das Tragen von Schuhen mit breiterem Vorfußbereich und ausreichend Platz für die Zehen kann den Druck auf den vorderen Teil des Fußes verringern.
- Einlagen und orthopädische Schuheinlagen: Individuell angepasste Einlagen können dazu beitragen, den Fuß zu stabilisieren, die Belastung zu verteilen und die Fußmuskulatur zu unterstützen.
- Physiotherapie: Übungen zur Stärkung der Fußmuskulatur und Verbesserung der Fußbeweglichkeit können helfen, Schmerzen zu reduzieren und die Fußfunktion zu verbessern.
- Entzündungshemmende Medikamente: Bei entzündungsbedingten Schmerzen können nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) auf ärztliche Anweisung
Operative Therapien
Wenn konservative Maßnahmen wie Einlagen oder Physiotherapie nicht mehr helfen, kann eine Operation die natürliche Statik des Fußes wiederherstellen. Das primäre Ziel ist es, das eingesunkene Quergewölbe aufzurichten und den verbreiterten Vorfuß zu verschmalern. Je nach Ausprägung der Fehlstellung kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Häufig wird eine sogenannte Osteotomie durchgeführt, bei der die Mittelfußknochen kontrolliert durchtrennt, verschoben und in der korrekten Position mit kleinen Schrauben oder Drähten fixiert werden.
Liegt zusätzlich ein Hallux valgus vor, wird meist der erste Mittelfußknochen korrigiert (z. B. durch eine Chevron- oder Scarf-Osteotomie). Bei Schmerzen direkt unter den Fußballen, der sogenannten Metatarsalgie, wird oft die Weil-Osteotomie angewandt, um die mittleren Mittelfußknochen leicht zu verkürzen und so den Druck zu nehmen. Ergänzend dazu werden häufig die Weichteile wie Kapseln und Sehnen gestrafft, um das Ergebnis langfristig zu sichern. Nach dem Eingriff ist meist das Tragen eines speziellen Vorfußentlastungsschuhs für etwa vier bis sechs Wochen erforderlich, bevor der Fuß nach vollständiger Knochenheilung wieder schmerzfrei im Alltag belastet werden kann.




