Nach einer Operation befindet sich Ihr Körper in einem "Stresszustand". Er benötigt deutlich mehr Baustoffe, um Gewebe zu reparieren, das Immunsystem zu unterstützen und Entzündungen zu regulieren. Ein Mangel an wichtigen Nährstoffen kann das Risiko erhöhen, dass die Sehne erneut reißt (Reruptur) oder der Heilungsprozess verzögert wird.
Die wichtigsten Bausteine für Ihre Heilung- Proteine (Eiweiß): Sie sind die Grundbausteine für Muskeln und Sehnen. Nach einer OP steigt Ihr Bedarf deutlich an, um einen Muskelabbau während der Schonphase zu verhindern.
- Vitamin D: Ein Mangel an Vitamin D ist bei Patienten mit Sehnenrissen sehr häufig und wird mit höheren Rerupturraten und verstärkten Schmerzen in Verbindung gebracht.
- Vitamin C: Es wirkt als wichtiger Faktor bei der Bildung von Kollagen – dem Hauptbestandteil Ihrer Sehnen.
- Omega-3-Fettsäuren: Diese gesunden Fette können helfen, Entzündungsprozesse im Körper positiv zu beeinflussen.
Während spezifische medizinische Therapien immer mit einem Arzt abgestimmt werden sollten, gibt es Maßnahmen, die Sie sicher in Ihren Alltag integrieren können:
1. Die Proteinzufuhr optimierenAchten Sie besonders in den ersten Wochen nach der Operation auf eine proteinreiche Ernährung.
- Ziel: Versuchen Sie, ca. 1,2 bis 2,0 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag zu sich zu nehmen. Bei einem 80 kg schweren Patienten wären das etwa 100 bis 160 g Protein täglich.
- Quellen: Nutzen Sie sowohl tierische (Fleisch, Fisch, Eier, Quark) als auch pflanzliche Quellen (Linsen, Kichererbsen, Soja, Nüsse).
- Tipp: Wenn der Appetit nach der OP gering ist, können hochwertige Proteinshakes (z. B. Whey-Protein) helfen, den Bedarf zu decken.
- Integrieren Sie Lebensmittel mit viel Vitamin C (wie Paprika, Zitrusfrüchte oder Beeren) in Ihren Speiseplan, um die Kollagensynthese zu unterstützen.
- Achten Sie auf gesunde Fette (Omega-3), die in fettem Fisch, Leinöl oder Walnüssen vorkommen.
Eine dauerhaft fettreiche Ernährung mit minderwertigen Fetten kann die Sehnenqualität und die Heilung negativ beeinflussen. Setzen Sie stattdessen auf komplexe Kohlenhydrate (Vollkornprodukte) und ungesättigte Fettsäuren.
Der wichtige nächste Schritt: Das Gespräch mit dem ArztObwohl eine gesunde Ernährung die Basis bildet, ist bei der gezielten Einnahme von hochdosierten Nahrungsergänzungsmitteln Vorsicht geboten.
Wichtiger Hinweis: Die Supplementierung von Stoffen wie Vitamin D (z. B. mit einer hohen Startdosis) oder Kreatin sollte individuell auf Sie zugeschnitten sein. Besonders Patienten mit Nierenerkrankungen müssen bei einer drastischen Erhöhung der Proteinzufuhr vorsichtig sein und dies zwingend ärztlich abklären.
Ein erfahrener Arzt kann Ihren aktuellen Status (z. B. den Vitamin-D-Spiegel im Blut) bestimmen und Ihnen eine exakte Empfehlung geben, die genau zu Ihrem Heilungsverlauf passt.