Der Aufbau  der  Schulter

Die Schulter ist ein sehr komplex aufgebautes Gelenk. Wenn man es genau nimmt besteht die Schulter gar nicht nur aus einem Gelenk sondern aus verschiedenen Gelenken die komplex zusammen wirken, um den großen Bewegungsumfang des Schulter ZeichnungArms, den wir zum "begreifen" der Umwelt benötigen zu ermöglichen. Dabei werden an die am Aufbau der Schulter beteiligten Strukturen hohe Anforderungen gestellt, denn das Gelenk Schulter ist einzigartig in seiner Funktion. Mit der Schulter sind wir in der Lage einen Handball zum Beispiel auf mehr als 100 km/h zu beschleunigen und im nächsten Moment hochsensible Arbeiten mit dem Arm zu verrichten.

Die Schulter wird von verschiedenen Knochen gebildet. Am Aufbau sind der Oberarmknochen (Humerus), das Schulterblatt (Scapula) und das Schlüsselbein (Clavicula) beteiligt. Diese Knochen bilden auch die Verschiedenen Gelenke der Schulter.

  1. Das Gleno-Humeral-Gelenk: Es ist das Gelenk zwichen Oberarmkopf und der Gelenkpfanne des Schulterblattes auch Glenoid genannt.
  2. Das Acromio-Claviclar-Gelenk: Das Schultereckgelenk, das von Schulterdach (Acromion) und Schlüsselbein (Clavicula) gebildet wird.
  3. Das Sterno-Clavicular-Gelenk: Das Gelenk zwischen Schlüsselbein und Brustbein (Sternum).
  4. Die Scapulo-Thorakale Gleitfläche: Ein nicht sofort zu erkennendes Gelenk zwischen dem Schulterblatt und der Rückseite des Brustkorbes (Thorax).

 

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Die vorgenannten Gelenke müssen optimal miteinander Funktionieren um den Bewegungsumfang des Arms zu ermöglichen. Trotzdem reicht diese Konstruktion nicht aus. Das Gleno-Humeral-Gelenk das auch als Schulterhauptgelenk bezeichnet werden kann, hat im Vergleich zu anderen Gelenken im menschlichen Körper einen einzigartigen Aufbau. Dlabrum-glenoidaleie Pfanne ist sehr klein im Vergleich zum Oberarmkopf. Dieser steht nur seitlich an der Gelenkpfanne dran und wird von dieser nicht umschlossen.

Das heißt wir haben keinerlei knöcherne Führung des Gelenkes. Um ein herausspringen (Luxation) des Oberarmkopfes zu verhindern wird die Pfanne durch eine Gelenklippe (Labrum) vergrößert. Am knöchernen Pfannenrand sitzt rundherum aussen eine Bindegewebige Lippe die die Pfanne vergrößert und über Adhäsionskräfte den Kopf in der Pfanne hält. Die Abbildung links zeigt die Pfanne der Schulter von der Seite gesehen mit der Blau markierten Gelenkkippe dem Labrum glenoidale.

Am oberen Pfannenrand geht aus dieser Gelenklippe der Ansatz der langen Bicepsehne hervor. Die lange Bicepssehne läuft dann von diesem Punkt aus über den Oberarmkopf und biegt später um 90 Grad nach unten in den Sulcus bicipitalis einem Kanal am vorderen Rand des Oberarmkopfes.

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Aber auch diese Gelenklippe ist nicht ausreichend um das Gleno-Humeral-Gelenk ausreichend zu stabilisieren. An weiteren Stabilisatoren finden wir an der Schulter die Gelenkkapsel, die das Gelenk vollständig umschließt und sozuagen abdichtet, damit Gelenkflüssigkeit nicht aus dem Gelenk austreten kann. Wichtiger als diese Gelenkkapsel sind jedoch die tiefen Schultermuskeln, die sogenannte Rotatorenmanschette. Die vier Muskeln die sich zur Rotatorenmanschette vereinigen, umschließen das Gelenk von allen Seiten und führen zu einer muskulären Stabilisierung. Diese muskuläre Stabilisierung ist es auch die hauptsächlich für den Halt im Schultergelenk verantwortlich ist. Aus diesem Grund spricht man bei der Schulter auch von einem muskulär geführten Gelenk.

Welche Muskeln gehören zur Rotatorenmanschette?Rotatorenmanschette-vorne

Die Rotatorenmanschette ist ein Verbund aus vier Muskeln die sich mit ihren Sehnen am Oberarmkopf verreinigen, um diesen dann nahezu vollständig zu umschließen. Aus diesem Grund spricht man auch von einer Manschette.
Betrachtet man die Schulter von vorne, so sind es zwei Muskeln die hier zu sehen sind, die zur Rotatorenmanschette gezählt werden. Es ist der Subsapularis Muskel der flächig auf der vorderen Seite des Schulterblattes aufsitzt und zum vorderen Oberarmkopf mit seiner Sehne zieht. Dieser Muskel ist hauptsächlich für das Innendrehen des Arms verantwortlich (Abb. rechts Nr. 2).
Oben zu sehen und mit der Nummer 1 markiert befindet sich der Supraspinatus Muskel. Dieser kommt eigentlich von der hinteren Schulterblattfläche und zieht zwischen Schulterdach (Acromion) und Oberarmkopf hindurch um oben-außen am Oberamkopf anzusetzen. Der Supraspinatus ist vor allem für das seitliche Anheben des Arms verantwortlich. Sein Verlauf zwischen Acromion und Oberarmkopf führen dazu, dass dieser bei verschiedenen Bewegungen eingequetscht werden kann. Dies kann zur Entzündung der Sehne führen. Mann spricht dann vom sogenannten Impingement-Syndrom.

Rotatorenmanschette-hintenDie Abbildung links zeigt jetzt das Schulterblatt von hinten. Auch hier ist der Supraspinatus und sein Verlauf unter dem Schulterdach hindurch gut zu erkennen.
Darunter schließt sich der Infraspinatus (Nr. 2 Abb. links) und der Teres minor (Nr. 3 Abb. links) an. Beide Muskeln kommen von der hinteren Schulterblattfläche und ziehen an den hinteren Oberarmkopf. Durch ihre Lage und den Verlauf sind sie für das nach Außendrehen des Oberams verantwortlich.

Alle diese Muskeln zusammen genommen arbeiten in einem wohl dosierten Gleichgewicht zueinander und führen so dazu, dass der Oberarmkopf optimal in der Pfanne zentiert steht. Geht dieses Gleichgewicht z.B. durch ein vermehrtes Training eines Muskels verloren, kann es zur Abweichung des Oberarmkopfes aus seiner optimalen Position kommen. Dies führt zu Schmerzen in der Schulter wie z.B. beim sogennanten "Non-Outlet Impingement Syndrom".

 

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Ihr Arzt

  • Herr Dr.med. Holger Groß Facharzt fur Orthopädie und Sportmedizin, Schulter- und Kniechirurgie, Ambulante Operationen

    Allg. Sprechstunde: +49.6831.3100 +49.6831.5031792 info@dr-gross.de
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