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Subscapularissehnen Läsion PDFDruckenE-Mail
Geschrieben von: Dr. Holger Gross   
Sonntag, den 25. August 2013 um 09:48 Uhr

Risse oder Läsionen der Subscapularissehne sind häufiger als weithin angenommen. Oftmals wird diesen Verletzungen jedoch zu wenig Beachtung geschenkt und das, obwohl sie erhebliche Schulterbeschwerden auslösen. Ein Grund mag sein, dass viele dieser Läsionen nur schwer zu diagnostizieren sind. Selbst in der Kernspintomographie werden die Verletzungen oft übersehen.

Nicht selten ist eine Schädigung im Bereich der langen Bizepssehne und deren Halteapparat für die Subscapularisläsion verantwortlich. Aber auch ein Sturz auf die Schulter oder eine Schulterluxation kann zu einer Verletzung des Subscapularis führen..

Der Subscapularis ist der wichtigste Innenrotator im Schultergelenk. Der Muskel sitzt an der Vorderfläche des Schulterblattes und die Sehne zieht vorne zum Oberamkopf. Neben der Innenrotation ist der Muskel ein sehr wichtiger Stabilisator im Schultergelenk. Er verhindert, dass der Oberamkopf bei der Bewegung nach vorne – oben aus der Gelenkpfanne herausrutscht. Schäden am Subscapularis führen zu einer erhebliche Destabilisierung des Oberamkopfes. Der Oberarmkopf gleitet nach vorne-oben, bis er sich an den dort befindlichen Knochen abstützt. Dies führt zu einem Reiben des Oberamkopfes am Schulterdach und am Processus Coracoideus, dem Rabelschnabenfortsatz. Die Bereiche sind auf der Abbildung links rot markiert.

Dies Phönomen wir auch als Impingementsyndrom bezeichnet. Ursache ist jedoch nicht eine knöcherne Einengung, wie bei dem oft diagnostizierten sogenannten Outlet-Impingement, sondern die Instabilität im Schultergelenk.

Problematisch an dieser Situation ist, dass die Sehne bei Verletzungen in aller Regel nicht von alleine heilt und eine Gymnastik dazu führt, dass die Instabilität eher größer wird. Durch den Verlust der Sehne haben Bewegungsübungen keinen Einfluss mehr auf die Funktion des Subscapularis. Trügerisch sind Teilläsionen des Subscapularis. Da der Sehnenansatz sehr groß ist und der Muskel ebenfalls direkt unterhalb der Sehne noch Kontakt zum Oberarm hat, kann der Funktionsverlust zunächst unbemerkt schleichend zunehmen.

 

Diagnostik der Subscapularissehnen Läsionen

Spezielle Untersuchungs-Tests wie z.B. der Bear-Hug Test lassen bereits bei der klinischen Untersuchung eine Verletzung der Subscapularissehne vermuten.

Zur Darstellung ist jedoch ein bildgebendes Verfahren notwenig. Verletzungen der Subscapularissehne lassen sich aber nicht im Röntgenbild darstellen. Zum Einsatz kommen hochauflösende Ultraschallgeräte oder die Kernspintomographie

Links das Kernspintomographische Bild eines vollständigen Risses der Subscapularissehne.

Das Sehnenende der Subscapularissehne wurde rot markiert und die Ansatzstelle einer gesunden Sehne am Oberarmkopf gelb. Schön ist zu sehen, dass die Sehne um mehrere Zentimeter weggerutscht ist und eine Lücke zwischen Sehnenende und ursprünglicher Ansatzstelle besteht.

Dem aufmerksamen Betrachter wird nicht entgangen sein, dass der Oberarmkopf als Folge dieses Risses nach vorne aus der Pfanne verschoben ist und nicht zentriert in der Pfanne steht. Neben der Funktionseinschränkung bei der Innenrotation des Arms, führt diese Situation zu zunehmenden Schmerzen bei dem Patienten, durch ein auftretendes Non-outlet Impingementsyndrom.

 

Therapie der Subscapularissehnen-Läsion

Aufgrund des erheblichen Funktionsverlustes und der schnell zunehmenden Instabilität des Oberamkopfes bei einer Läsion der Subscapularissehne, muss die Therapie in aller Regel operativ erfolgen. Lediglich bei kleinen Partialläsionen der Sehne, bei der die Sehne nur im geringen Umfang geschädigt ist, hat eine konservative Therapie z.B. mit Krankengymnastik einen Sinn.

Konservative Therapieversuche bei höhergradigen Rissen der Sehne führen sicher nicht zum Erfolg und sind nicht unproblematisch. Je länger der Subscapularismuskel nicht korrekt arbeitet, desto mehr verkümmert er. Es kommt zur Verfettung des Muskels. Man spricht auch von der fettigen Degeneration des Subscapularis. Diese Umwandlung von Muskelgewebe zu Fettgewebe ist leider auch bei erfolgreicher Operation nur bedingt umkehrbar. Aus diesem Grund sollte gerade bei Subscapularissehnenrissen nicht zu lange mit der Operationsindikation gewartet werden.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 27. August 2013 um 20:05 Uhr