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Der Kreuzbandriss PDF Drucken

Ein geändertes Freizeitverhalten und die Zunahme von risikoreichen Trendsportarten führt zu einer steigenden Zahl von Bandverletzungen. Häufig betroffen ist das Kniegelenk.

Ein Riss des vorderen Kreuzbandes im Knie ist eine der häufigsten Brandverletzungen. Im Gegensatz zu Meniskusrissen, die nach einer Behandlung oftmals schnell vergessen sind, ist ein Riss des vorderen Kreuzbandes immer ein einschneidendes Ereignis. Für aktive Sportler bedeutet ein Kreuzbandriss meist eine längere Beeinträchtigung der Sportausübung und im schlimmsten Falle sogar die Beendigung der sportlichen Karriere.

In den letzten Jahren wurde gerade auf dem Gebiet der Kreuzbandrisse enorm geforscht und man hat viele neue Erkenntnisse gewonnen. Die Operationsverfahren sind schonender und versprechen eine bessere Stabilität des Gelenkes. Nach der Operation kommt es auf die richtige Nachbehandlung an, um zu einem optimalen Ergebnis zu gelangen. Hier ist auch der Patient gefordert, durch ein entsprechendes Verhalten und Mitarbeit den Heilungsverlauf zu unterstützen.

Das vordere Kreuzband und seine Funktion

Das vordere Kreuzband ist eins der wichtigsten Bänder im Kniegelenk. Es gehört zu den vier großen Bändern am Kniegelenk:


* Vordere Kreuzband
* Hintere Kreuzband
* Innenband
* Außenband


Durch die Bänder am Kniegelenk wird der Oberschenkel und der Unterschenkelknochen gegeneinander verspannt und das Kniegelenk bei Bewegungen stabilisiert. Das vordere Kreuzband hat einen Durchmesser von ungefähr 8 mm, was ungefähr der Dicke eines kleinen Fingers entspricht. Die Reißfestigkeit des vorderen Kreuzbandes beträgt mehr als 200 kg. Das vordere Kreuzband verläuft mittig im Kniegelenk, von oben hinten nach vorne unten und liegt wie der Name schon sagt vor dem hinteren Kreuzband.


Wie kommt es zum Kreuzbandriß?

Der vordere Kreuzbandriss ist eine der häufigsten Brandverletzungen. Hervorgerufen wird er meist durch eine plötzliche Verdrehung des Kniegelenkes. Nicht selten kommt es zu einem deutlichen Knackgeräusch im Kniegelenk, gefolgt von einer Schwellung des Gelenks. Nach einer anfänglichen Schmerzphase können die Patienten das Kniegelenk oft wieder belasten. Viele beklagen jedoch ein Instabilitätsgefühl im Kniegelenk. Insbesondere beim Bergabgehen, plötzlichem Stoppen oder Laufen auf unebenen Untergrund haben die Patienten das Gefühl, das Knie nicht richtig unter Kontrolle zu haben.

Wie kann der Arzt einen Kreuzbandriss feststellen?

Zum Ausschluss von Begleitverletzungen ist eine Röntgenaufnahme des verletzten Kniegelenkes immer erforderlich. Da das Kreuzband jedoch auf den Röntgenaufnahmen nicht dargestellt wird, kann man anhand der Röntgenaufnahme ein Kreuzbandriss nicht diagnostizieren. Eine gute körperliche Untersuchung erhärtet meist schon die Verdachtsdiagnose Kreuzbandriss. Durch den Einsatz spezieller Messgeräte können wir in unserer Praxis die die Stabilität des Kniegelenkes im Seitenvergleich millimetergenau messen. Durch die schmerzlose Messung kann die Instabilität quantifiziert werden, was wichtig ist für die eventuelle Planung eines operativen Eingriffs ist. Die Kernspintomographie dient dann lediglich dazu, eventuell weitere bestehende Verletzungen im Kniegelenk auszuschließen.

Artroskopisches Bild einer VKB-Instabilität Dauer: 35 Sekunden


Wie kann ein Riss des vorderen Kreuzbandes behandelt werden?

Leider heilt ein Kreuzbandriss von alleine nicht wieder aus. Auch die Nähte des Kreuzbandes die früher häufig durchgeführt wurden erbrachten keine guten Ergebnisse und führten oft zu einer bleibenden Instabilität des Kniegelenkes. Dennoch muss nicht jedes Kniegelenk mit einem vorderen Kreuzbandriss unbedingt operiert werden. Ältere Patienten, die keinen Sport betreiben oder Patienten mit einem niedrigen körperlichen und sportlichen Anspruchsniveau, benötigen oftmals keine Operation. In diesem Fall ist es wichtig durch ein muskuläres Training das Kniegelenk zu stabilisieren. Auch Patienten mit bereits deutlichen Verschleißerscheinungen am Kniegelenk profitieren oftmals nicht von einer Kreuzbandoperation, so dass in diesen Fällen ein Muskelaufbau die bessere Alternative ist.

Junge Patienten oder Patienten mit hohem sportlichem Anspruchsniveau sollten sich jedoch einer Operation unterziehen. Bei dieser Operation wird das gerissene vordere Kreuzband meist durch eine körpereigene Sehne ersetzt.
Heutzutage wird das Kreuzband minimalinvasiv durch eine arthroskopische Operation ersetzt. Hierzu entnimmt der Operateur eine oder zwei Sehnen am hinteren inneren Oberschenkel. Alternativ kann auch die Kniescheibensehne entnommen werden. Die Sehne wird dann durch vorher angelegte Bohrkanäle am Kniegelenk eingezogen, so dass sie im Verlauf des früheren Kreuzbandes zu liegen kommt. Nachfolgend wird die Sehne zum Beispiel mit Schrauben in ihrer Lage fixiert.
Der operative Eingriff kann in Vollnarkose oder auch mit einer periduralen Anästhesie (Rückenmark Narkose) erfolgen.
Nach der Operation ist eine optimale Nachbehandlung entscheidend für das Ergebnis. Nach der Operation sollte rasch mit einer Krankengymnastik mit leichten Bewegungsübungen begonnen werden, um ein verklebten der Wundflächen zu vermeiden. Um das Gelenk zu entlasten, ist das Gehen mit Gehstützen erforderlich. Während der Phase der Einheilung der Sehne in den Knochen, kann es sinnvoll sein das Kniegelenk mit einer speziellen Schiene zu schützen. Die Schiene entlastet den Bandapparat und kann bei unvorhergesehenen Bewegungen das neue Kreuzband schützen. Nach 3-6 Wochen kann das Gelenk wieder voll belastet werden. Sobald das Gelenk wieder richtig belastet werden kann ist eine intensivierte Krankengymnastik zum Muskelaufbau und zur Verbesserung der Stabilität des Gelenkes erforderlich.


Meist geht es den Patienten nach drei Monaten wieder so gut, dass Sie wieder mit ihren Sportarten anfangen wollen. Zu dieser Zeit ist das neue Kreuzband jedoch stark gefährdet wieder zu reißen. Bei der Operation werden bei der Entnahme der Sehne alle Blutgefäße abgetrennt. Im Rahmen des Einheilens der Sehne in den Knochen bei der Ausbildung der neuen Blutgefäße kommt es zu einem „Remodelling“ der Sehne. D.h. die Sehne baut sich zu einem neuen Kreuzband mit neuen Blutgefäßen um. Dies führt vorübergehend zu einer deutlichen Schwächung des neuen Kreuzbandes.
Der schwächste Moment ist meist drei Monate nach der Operation erreicht. Nachfolgend gewinnt das neue Kreuzband wieder an Stabilität und erreichen circa 10-12 Monate nach der Operation seine Endfestigkeit. Erst zu diesem Zeitpunkt ist das Gelenk wieder voll belastbar und Risikosportarten wie Fußball oder Handball sind wieder ohne das Risiko einer schnellen Reruptur möglich.
Aus diesem Grund sollte der Patient vor einer zu frühen Wiederaufnahme von Risikosportarten gewarnt werden.

 

 


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