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Das Impingementsyndrom PDF Drucken

Wenn es der Schulter zu eng wird...

Der Begriff des „Impingement“ ist dem Angloamerikanischen entlehnt und bedeutet soviel wie „ Einklemmung“. Gemeint ist in aller Regel eine Einklemmung zwischen der Kugel des Oberarmkopfes und dem Schulterdach. Hier befinden sich Sehnen und Schleimbeutel.

Mehrere Ursachen können zu einer schmerzhaften Einklemmung von Sehnen uns Schleimbeutel führen. Grob zu unterteilen lassen sich die Auslöser zum einen in Störungen des muskulären Gleichgewichts der Schulter, dem sogenannten „non-outlet-Impingement“ und Störungen der Formgebung, dem sogenannten „outlet-Impingement“.

Non Outlet Impingement der Schulter 

… wenn die Muskeln nicht mehr richtig zusammenarbeiten.

Die Schulter ist ein muskulär geführtes Gelenk. Erst durch das richtige Zusammenarbeiten der einzelnen Muskeln wird der Oberarmkopf in seiner korrekten Position zur Pfanne gehalten. Federführend für die Positionierung des Oberarmkopfes sind die Muskeln der Rotatorenmanschette. Diese umschließt den Oberarmkopf und sorgt je nach Stellung des Arms dafür, dass die Schulter nicht luxiert (auskugelt) oder Sehnen und Schleimbeutel gequetscht werden.

Kommt es zu einem Ungleichgewicht der einzelnen Muskeln verliert der Oberarmkopf seine Zentrierung in der Pfanne. Häufig führt dies zu einem „nach oben und vorne treten“ des Oberarmkopfes. Folge ist die schmerzhafte Einklemmung von Sehnen und Schleimbeutel am Schulterdach, dem Acromion, und Processus coracoideus. Da es in dieser Situation zur Einklemmung ohne eine Veränderung oder Störung der Schulterform kommt spricht der Fachmann auch vom „non-outlet-impingement“, also einer Einklemmung ohne Einengung des Sehnenverlaufs.

Outlet Impingement der Schulter

 … wenn Knochen auf die Sehnen drücken.

Im Gegensatz hierzu kommt es beim sogenannten Outlet-Impingement zu einer echten Einengung des Sehnenverlaufs.
Eine Ursache kann eine angeborene oder erworbene Verkrümmung des Schulterdaches sein. Es werden drei unterschiedliche Formen des Schulterdaches unterschieden:
  • Beim Typ 1 steigt das Schulterdach schräg nach oben an. Diese ideale Form gibt Oberarmkopf und Sehnen viel Platz.
  • Der Typ 2 zeichnet sich durch ein bogenförmiges Schulterdach aus. Hier werden die darunterliegenden Strukturen leicht eingeengt.
  • Beim Typ 3 Schulterdach mit einer „Hakenform“ werden Sehnen und Schleimbeutel stark gedrückt und gereizt.

Diagnostik beim Impingementsyndrom 

Vor jeder Therapie steht natürlich die genaue Diagnosestellung. So unterschiedlich wie die Ursache für das Impingementsyndrom, so unterschiedlich ist auch die Therapie. Erst wenn die genaue Ursache für die schmerzhafte Einklemmung gefunden ist, kann gezielt auf das Problem eingegangen werden. 

Um die genaue Ursache zu finden stehen neben der Anamnese und einer guten klinischen Untersuchung uns weiter technische Diagnostikgeräte zu Verfügung. Neben speziellen Röntgenaufnahmen zur Beurteilung der Schulter und der Form des Schulterdaches ist die Ulltraschalldiagnostik für uns in der Diagnosefindung nichtmehr wegzudenken.

Durch den Einsatz unseres hochauflösenden 14 MHz 3D-Ultraschalls können wir Sehnenrisse, Schleimbeutelentzündungen, Kalkablagerungen und Flüssigkeitsansammlungen in der Schulter gut erkennen. Im Gegensatz zur Kernspintomographie sind wir in der Lage die Schulter auch dynamisch zu untersuchen, d.h. die Funktion der Sehnen in Bewegung. Um muskuläre Ungleichgewichte besser erkennen zu können, besteht die Möglichkeit über ein Oberflächen EMG die Muskelspannungen zu messen. So können muskuläre Ungleichgewichte nachgewiesen und objektiviert werden.

Die Therapie 

Bei sehr schmerzhaften Zuständen steht zunächst immer die Schmerzreduktion im Vordergrund der Therapie. Durch Medikamente und Infiltrationen in den Schleimbeutel wird versucht die Entzündung zu stoppen. Nachfolgend kann durch ein gezieltes Übungsprogramm die gestörten Muskelgruppen angegangen werden.

Sinnvolle Übungen finden Sie auch in unserer Broschüre "Die Schulter - Hilfe zur Selbsthilfe". Die Broschüre  können Sie kostenfrei von unserem Webportal herunterladen.

Ggf. wird die Effektivität der Behandlung im Oberflächen EMG kontrolliert.  Mit dieser sogenannten Biofeedback Therapie kann der Patient gleich sehen ob er die Übungen richtig ausführt und ob die Muskeln angesprochen werden die zur Lösung des Problems beitragen.

Sollten erhebliche Deformitäten der Schulterform vorliegen oder bereits ein sehr chronifiziert entzündeter Schleimbeutel vorliegen, ist die konservative Therapie nicht in der Lage die Beschwerden ausreichend zu lindern. Soltten trotz korrekt durchgeführter konservativer Therapie über 4-6 Monate die Beschwerden nicht im erträglichen Bereich sein, bleibt oft als einzige Therapie die Rekonstruktion der normalen Schulterform mit gleichzeitiger Schleimbeutelentfernung.

Neben einem Typ 3 Acromion (Schulterdach) auch Schulter-Dach-Sporn genannt sind Narbenbildungen im chronisch entzündeten Schleimbeutel meist für den Mißerfolg der konservativen Therapie verantwortlich. Durch einen minimalinvasiven Eingriff, eine sogenannte Schulter Arthroskopie, kann der Sporn abgetragen und der chronisch entzündete Schleimbeutel entfernt werden. In unserer Praxis wird diese Operation in 90% der Fälle ambulant durchgeführt. Unmittelbar nach der Operation kann der Arm bereits wieder bewegt werden. Belastende Tätigkeiten sollten jedoch für einige Wochen unterbleiben. Unsere Erfahrung zeigt, dass die meisten Patienten bereits kurz nach dem Eingriff, meist schon am nächsten Tag, deutlich weniger Besschwerden haben. 

Die Abbildung rechts zeigt das arthroskopische Bild eines Schulderdaches mit einem vorderen Schultersporn (Typ III Acromion nach Bigliani). Das normal daran anhaftende Weichteilgewebe und der chronisch entzündete Schleimbeutel wurden bereits entfernt. Im Bild ist silbern das motorbetriebene Operationsinstrument (Shaver) zu erkennen, mit dem das Gewebe entfernt wurde.  impingement-op.jpg
 impingement-op-danach.jpg Die Abbildung links zeigt die selbe Schulter wie oben nach der Entfernung des Schulterdachsporns. Gut zu erkennen ist auch hier das Operationsinstrument. Es handelt sich um einen sogenannten Acromionizer. Dies ist eine Hochgeschwindigkeitsfräse mit der der vorhandene Sporn abgetragen wird.
   

 

 

 


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